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Luise von Mecklenburg-Strelitz

 
 
* 10.3.1776 Hannover
† 19.7.1810 Hohenzieritz
Begräbnisstätte: Mausoleum im Park des Schlosses Charlottenburg, Berlin

Vermählt am 24.12.1793 mit dem späteren König Friedrich Wilhelm III.

10 Kinder



Luise Auguste Wilhelmine Amalie wurde als dritte überlebende Tochter des Erbprinzen Karl Ludwig Friedrich von Mecklenburg-Strelitz im Alten Palais an der Leinestraße geboren. Ihr Vater war bis 1787 Gouverneur in Hannover und diente in der englisch-hannoverschen Armee.

Von den insgesamt zehn Kindern, die ihre Mutter, Prinzessin Friederike Caroline Luise von Hessen-Darmstadt zur Welt brachte, starben fünf bereits früh. Unter Luises Geschwistern standen ihr besonders die 1778 geborene Friederike und später der drei Jahre jüngere Bruder Georg am nächsten. 1782 starb die Mutter zusammen mit dem  letzten Kind. Zwei Jahre später vermählte sich der Vater mit der Schwester seiner ersten Gemahlin, Charlotte Wilhelmine Christiane, die jedoch auch bereits 1785 im Kindbett nach der Geburt des Prinzen Karl starb. Der zweifache Witwer ließ darauf hin die vier Töchter in Darmstadt unter der Obhut seiner Schwiegermutter, der Landgräfin Marie Luise Albertine, aufwachsen, während die beiden Söhne bei ihm in Hannover blieben. Nach seinem Abschied vom Militär 1787 zog er, fortan unter ständiger Geldknappheit leidend, ebenfalls nach Darmstadt. 1785, noch vor dem Tod der Stiefmutter, heiratete Luises älteste Schwester Charlotte  Herzog Friedrich von Sachsen-Hildburghausen, 1789 wurde die Zweitälteste , Therese, mit dem späteren Fürsten Karl Alexander von Thurn und Taxis vermählt.

Luises Jugendzeit und die ihrer Geschwister verlief in Darmstadt bei der Großmutter in ruhigen Bahnen. Ihre Erziehung übernahm eine Schweizerin, Fräulein von Gelieux. Sie wurde in Französisch, Englisch, Geschichte, Geographie, Deutsch und Religion unterrichtet, ihre schulischen Leistungen waren jedoch sehr mäßig. Sich ihrer oberflächlichen Bildung durchaus bewusst, versuchte  Luise später mit bewundernswertem Eifer und tatkräftig unterstützt von ihrer engsten Freundin Karoline von Berg und ihrem Bruder Georg, ihre Unwissenheit zu beseitigen.

Häufige Reisen nach Straßburg und in die Niederlande unterbrachen das stille Hofleben. 1790 verweilte sie mit ihren Geschwistern anlässlich der Krönung Leopolds II. zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation in Frankfurt und wohnte bei Goethes Mutter. Zwei Jahre später wurde in der alten Reichsstadt dessen Nachfolger Franz II. gekrönt. Diesmal nahm sie mit Friederike und Georg an den Feierlichkeiten und einem Ball teil, den sie mit Clemens Lothar von Metternich, dem späteren österreichischen Kanzler, eröffnete. So in die Gesellschaft eingeführt und als Heiratskandidatin präsentiert, hatte ihr Auftreten auch das Interesse König Friedrich Wilhelms II. von Preußen geweckt, der sich während der französischen Revolutionskriege in Frankfurt aufhielt und für seine beiden ältesten Söhne auf Brautschau war.

Nach einer Begegnung mit den Mecklenburger Prinzessinnen ließ er sie - begeistert von ihrer Schönheit - im März 1793 seinen Söhnen vorstellen und ermöglichte ihnen, ihre Wahl zu treffen.

Anfangs unsicher, entschied sich der ältere, Kronprinz Friedrich Wilhelm (III.), schließlich für Luise, während ihm sein Bruder Louis deutlich zu erkennen gab, dass ihm beide Schwestern völlig gleichgültig wären da er anderweitig verliebt sei.   Friederike wurde allgemein als die Charmantere aber auch Kokettere beschrieben. Prinz Louis Ferdinands Schwester, Prinzessin Luise von Preußen, beteuerte jedoch: “Niemals sah ich vorher und auch niemals nachher ein so entzückendes Wesen wie die Kronprinzessin, von regelmäßiger und edler Schönheit verband sie mit dem reizenden Antlitz einen Ausdruck von Sanftmut und Bescheidenheit, der ihr alle Herzen gewann ... Friederike erschien sicherer und gewandter im Auftreten ... aber die ältere, schön in ihrer einfachen Schönheit, hatte eine schüchterne Miene, die ihren Reiz noch erhöht.”

Tatsächlich muss Luise mit ihren großen blauen Augen, blonden Locken sowie feinen, regelmäßigen Gesichtszügen immer wieder einen besonderen Eindruck gemacht und ihre Ausstrahlung auf viele Menschen, auch ihre Kritiker, wie eine Art Zauber gewirkt haben. Am 24. April 1793 fand in Darmstadt die Doppelverlobung statt. Acht Monate später, am Heiligen Abend, wurde Luises Hochzeit mit dem Kronprinzen im Berliner Schloss gefeiert; zwei Tage danach heiratete Friederike den Prinzen Louis. Die 64jährige im preußischen Hofleben erfahrene Sophie Marie von Voß, Oberhofmeisterin und “Erzieherin”, begleitete fortan die künftige Königin und wird ihr eine gute Freundin, vielleicht sogar ein Mutterersatz sein. Den Sommer 1794 verbrachte Luise in Potsdam und im Schloss Oranienburg, das ihr der König zum Geburtstag geschenkt hatte, während ihr Ehemann am polnischen Feldzug teilnahm. Nachdem sie am 7. Oktober 1794 von einer toten Prinzessin entbunden wurde, schenkte sie am 15. Oktober 1795 dem späteren König Friedrich Wilhelm IV. und am 22. März 1797 ihrem zweiten Sohn, dem nachmaligen Kaiser Wilhelm I. das Leben. Insgesamt brachte  Luise 10 Kinder zur Welt; drei davon starben sehr früh.

Die Ehe des Kronprinzenpaares war von großer Zuneigung füreinander geprägt, ihr Familienleben ausgesprochen glücklich. Dieser Tatsache verdankte Luise, neben ihrer Anmut und ihrem warmherzigen Charakter, sicherlich ein Großteil ihrer Popularität, denn harmonische Verbindungen im preussischen Herrscherhaus waren - wie bei fast allen Dynastien - überaus selten.

Das Alltagsleben des Paares verlief recht gleichmäßig und wurde nur von Reisen nach Neustrelitz an den väterlichen Hof, oder nach Pyrmont unterbrochen. 1795 hatte Friedrich Wilhelm das bei Potsdam im Havelland gelegene Gut Paretz erworben, da ihm der Aufenthalt im zu großen altehrwürdigen Oranienburger Schloss wenig zusagte. Hier verbrachten Luise und er die glücklichste und unbeschwerteste Zeit ihres Lebens.

Am 16. November 1797 starb Friedrich Wilhelm II., der Kronprinz übernahm als Friedrich Wilhelm III. die Regierung und Luise wurde mit 21 Jahren Königin von Preußen. 1798 begleitete sie ihren Gemahl auf der Huldigungsreise nach Königsberg über Stargard, Lauenburg, Danzig und Frauenburg sowie zurück durch Polen über Warschau nach Breslau - ein Triumphzug des jungen Herrscherpaares. Im folgenden Jahr wurden die westlichen Gebiete der preußischen Staaten, Westfalen und die fränkischen Provinzen besucht. In Ansbach lernte Luise Karl August von Hardenberg kennen, dessen Berufung zum Außenminister sie ab 1804 durchsetzen wird; in Weimar begegnete sie dem von ihr besonders verehrten Friedrich von Schiller. Im Sommer 1800 bereiste das Königspaar Schlesien und das Riesengebirge, wo die Schneekoppe bestiegen wurde.

Am 13. Juli 1798 kam ihre Tochter Charlotte, die später den russischen Zaren Nikolaus I. heiratete, zur Welt. Die Erziehung ihrer Kinder legte sie  in erfahrene Hände, ohne jedoch ihren Einfluss aufzugeben.
 

Königin Luise, Teil 2
Königin Luise, Teil 3
 
 
 
 
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Elisabeth Vigée-Lebrun (1755-1842), Luise Königin von Preußen, 1802