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Prinz Carl von Preussen

 
 
Auf dem Porträt trägt Carl die Uniform eines Obersten des 12. Infaterieregiments. Im Hintergrund ist das von Schinkel umgebaute Schloss Glienicke zu erkennen.
* 29. Juni 1801 im Schloss Charlottenburg in Berlin. 
† 21. Januar 1883 im Palais am Wilhelmplatz in Berlin.
Begräbnisstätte: Gruft von St. Peter und Paul in Berlin-Wannsee

Verheiratet mit Prinzessin Marie von Sachsen-Weimar (1808-1877)

Prinz Carl von Preussen wird am 29. Juni 1801 als dritter Sohn Friedrich
Wilhelms III. und der Königin Luise geboren. Bis zu seinem sechsten
Lebensjahr verbringt er zusammen mit seinen Geschwistern, Friedrich Wilhelm (IV.), Wilhelm (I.), Charlotte und Alexandrine, eine unbeschwerte Kindheit.

1806 findet das beinahe bürgerlich anmutende Familienidyll jedoch ein jähes Ende. Friedrich Wilhelm III. erklärt Frankreich den Krieg und wird bei Jena und Auerstedt vernichtend von Napoleons Truppen geschlagen. Es folgen Jahre der Flucht und schließlich der frühe Tod der Mutter im Juli 1810. Erst danach brechen am Berliner Hof wieder ruhigere Zeiten an. Carl beginnt an seinem 10. Geburtstag die für einen preussischen Prinzen obligatorische militärische Ausbildung. Obwohl in regelmäßigen Abständen Auszeichnungen und Beförderungen folgen, zeigt er keine besondere Leidenschaft für das Kriegshandwerk. An Manövern nimmt er nur widerwillig teil. Auch später tritt er im Ernstfall stets für eine friedliche Lösung von Konflikten ein. Prägender als der Militärdienst wird für seine weitere Entwicklung die Einstellung eines neuen Gouverneurs.

Johann Heinrich Freiherr Menu von Menutoli übernimmt ab 1811 die Erziehung des jungen Prinzen. Unter der Anleitung des Historikers und erfahrenen Archäologen beginnt Carl, eine umfangreiche Sammlung antiker und mittelalterlicher Kunstwerke anzulegen. Dazu gehören Skulpturen und Sarkophagteile ebenso wie transportabler Bauschmuck in Form von Säulen, Reliefs und Mosaiken. In Carl findet Minutoli einen gelehrigen und eifrigen Schüler, dessen Sammelleidenschaft sich auch auf Mineralien, alte Waffen, Rüstungen und mittelalterliche Metallkunst erstreckt. Ein besonderes Stück seiner Sammlung stellt der Goslarer Kaiserstuhl dar. Carl erwirbt den Sandsteinthron mit Bronzearmlehnen Kaiser Heinrichs III. (1036-1056) von seinem Erzieher. 1835 verfasst er eine fundierte wissenschaftliche Abhandlung darüber und stellt den Kaiserthron 1851 im Klosterhof seiner Sommerresidenz "Klein-Glienicke" auf. Carl erhält als erster Sohn Friedrich Wilhelms III., noch vor seinen beiden älteren Brüdern, ein eigenes Sommerschloss.


Carl als Herrenmeister vor der Ordenskirche in Sonnenburg
Mit dem Um- und Ausbau des im Mai 1824 erworbenen Landgutes Glienicke beschäftigt sich der Prinz sein Leben lang. Neben Künstlerpersönlichkeiten wie Lenné und Schinkel hat auch Carl wesentlich Anteil an der Gestaltung der ausgedehnten Anlage mit Haupt- und zahlreichen Nebengebäuden. Anregungen dazu erhält er auf seinen zahlreichen Italienreisen. Elf Mal überquert er die Alpen. 1877, nach dem Tod seiner Gemahlin, Prinzessin Marie von Sachsen-Weimar, reist er sogar bis nach Nordafrika. Aus Karthago bringt er antike Mosaike mit, die noch heute den Fußboden der Kleinen Neugierde im Park von Glienicke schmücken. Seine letzte Reise unternimmt er 1881. Trotz eines Beinleidens besteigt er den Vesuv und begeistert sich für die wunderbaren Fernsichten, die "bei weitem alles übertreffen, was man im ganzen  Italien bewundern muß." 

Eben so oft wie nach Italien reist Carl nach Russland, wo er seine Schwester Charlotte, Gemahlin Nikolaus I., besucht. Dem russischen Zarenhaus fühlt sich der konservativ gesonnene Prinz besonders verbunden. Keinerlei Übereinstimmung, sowohl in außen- als auch in innenpolitischen Fragen, gibt es zwischen ihm und seinem Bruder Wilhelm. Als dieser 1861 den Thron besteigt, zieht sich Carl vom Hof zurück und tritt auch bei offiziellen Anlässen kaum noch in Erscheinung. Prinz Carl stirbt 81jährig am 21. Januar 1883 in seinem Stadtpalais am Wilhelmplatz.

Susanne Fontaine
 

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