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Johann Gottfried Schadow

 
 
Carl August von Struensee, Johann Gottfried Schadow, 1804
* 20.5.1764 Berlin   
† 27.1.1850 Berlin

Mit fünfzehn Jahren begann Schadow seine Lehre in der Berliner Werkstatt von Jean Pierre Antoine Tassaert, einem Kleinmeister des mythologischen Sujets. Eine ausgedehnte Studienreise führte ihn 1785 über Wien nach Rom. Dort übte besonders das Werk Antonio Canovas, der seit 1779 in Rom lebte einen starken Einfluß auf Schadow aus. 1787 kehrte er nach Berlin zurück und übernahm die Nachfolge der Bildhauerwerkstatt Taessarts. Ab 1788 hatte Schadow das Amt des Hofbildhauer inne und wurde 1815 Direktor der Berliner Akademie der Künste.

Der Wandel des damaligen Antikenideals wird deutlich in der 1800/1 geführten Kontroverse zwischen Goethe und Schadow. Goethe warf der Berliner Bildhauerschule vor, dass hier das Ideal durch Naturalismus ersetzt werde. Exemplarisch sei hier die so genannte „Prinzessinnengruppe“ von Schadow genannt, die die Schwestern Luise und Friederike von Preußen, geborene Herzoginnen zu Mecklenburg-Strelitz zeigt. Bedingt durch eine Halsleiden trug die Kronprinzessin Luise ständig ein Halstuch. Doch anstatt dieses zu übergehen und eine ideale Gestalt darzustellen, bildete Schadow das Tuch ab. Auch dem Kronprinzen Friedrich Wilhelm (III.) war die  Darstellung seiner Frau in einem hauchdünnen, eng anliegenden Gewand zu naturalistisch und er verbot die Aufstellung der Skulptur.


Johann Gottfried Schadow, Prinzessin Luise mit ihrer Schwester Friederike von Preussen, 1795-1797, SKH Georg Friedrich Prinz von Preussen
Das große Werk Schadows reicht von der Quadriga auf dem Brandenburger Tor über das repräsentative Feldherrenstandbild Blüchers bis zu dem sehr intimen und anrührenden Grabmal des Grafen Alexander von der Mark. Der uneheliche Sohn Friedrich Wilhelms II. und seiner Geliebten Wilhelmine Enke starb im Alter von nur acht Jahren. Der Verdacht liegt nahe, dass der Junge vergiftet wurde. Kein Hinweis deutet auf den qualvollen Tod. Scheinbar schlafend stellte Schadow den Jungen dar, der – wie eben vom Spiel kommend – den Knauf eines Spielschwertes umfasst. Die Grabinschrift zeugt von der großen Verbundenheit des Vaters zu seinem Sohn: Von den Tränen des Vaters begleitet / mit ungewöhnlichen Tugenden geschmückt / in edlen Künsten frühzeitig unterrichtet / Aber er widmet sich höheren Studien / den himmlischen Chören gesellt er sich.

Der bedeutendste Schüler Schadows war Christian Daniel Rauch, dessen Werk sich jedoch später immer deutlicher von den naturalistischen Darstellungen Schadows unterscheiden sollte. Von der Kunst Berthel Thorvaldsens beeinflusst, wandte sich Rauch wieder einer idealeren Formensprache zu.

Friederike Valentien
 
 
 
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