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François Marie Arouet gen. « Voltaire », Schriftsteller und Philosoph

 
 
* 21.11.1694
† 30.5.1778
Begräbnisstätte: Panthéon in Paris

Im Jahre 1710 verfasste François Marie Arouet sein erstes Werk „Imitation de l’ode du R.P. Lejay sur Sainte Geneviève“. Der Autor, der sich ab 1718 Voltaire nannte, wurde als Philosoph und Theaterdichter weltweit berühmt. Sein Verhältnis zur französischen Regierung war überaus wechselvoll. Nach der Herausgabe eines Pamphlets wurde er elf Monate lang in der Bastille inhaftiert, doch kamen 1725 drei Theaterstücke von ihm anlässlich der Hochzeit Ludwigs XV. in Versailles zur Aufführung. Acht Jahre später lernte er die Mathematikerin Madame du Châtelet kennen, mit der er sich liierte.

Am 8. August 1736 bekam er einen Brief von Kronprinz Friedrich von Preußen, der den Philosophen sehr verehrte und dem er fortan eigene Texte zur Durchsicht schickte. Nach Friedrichs Regierungsantritt 1740 bekam der inzwischen nach Holland geflohene Voltaire vom König den Auftrag, die Publikation von dessen „Anti-Machiavell“ in Den Haag zu verhindern. Bald darauf trafen sich die beiden in Kleve und wenig später in Aachen, wo Voltaire versuchte, Friedrich auf die Seite Frankreichs zu bringen. Ein Jahr später fuhr Voltaire aus diplomatischem Anlass nach Berlin. Nach seiner Aufnahme in die Akademie und dem Tod seiner Geliebten zog er im Juni 1750 nach Potsdam, wo ihn der König sofort zum Oberstkämmerer ernannt.

Jetzt verbrachten der „Philosoph von Sanssouci“ und der „von Cirey“ viel Zeit bei gemeinsamen Meinungsaustausch und beabsichtigten u.a. die Redaktion eines philosophische Wörterbuchs. Allmählich kam es jedoch zwischen den beiden ausgeprägten Charakteren zu Spannungen. 1754 verfasste Voltaire eine literarische Kritik an Maupertuis, die Friedrich verbrennen ließ. Sofort bat der Franzose um seine Entlassung und brach nach Leipzig auf. Danach fuhr er zu seiner bevorzugten Brieffreundin Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, der Lieblingsschwester des Königs, und von dort nach Frankfurt, wo er verhaftet wurde. Angeblich hatte er ein von Friedrich geschriebenes Buch und einige Briefe mitgenommen, wurde jedoch kurz darauf wieder freigelassen.

In Frankreich untersagte ihm Ludwig XV. den Aufenthalt in Paris, weshalb er ein Gut am Genfer See erwarb, wo er sich fortan aufhielt und zahlreiche weitere Werke, darunter auch „Candide“ verfasste. Voltaire schuf ingesamt 31 Theaterstücke und etliche Erzählungen, Opernlibretti und philosophische Betrachtungen, in denen er Fanatismus, Aberglauben und Ungerechtigkeit anprangerte. Nach dem Siebenjährigen Krieg setzte seine Korrespondenz mit Friedrich II. erneut ein. Nach dreißig Jahren durfte er schließlich nach Paris zurückkehren, wo ihm im März 1778 ein triumphaler Empfang bereitet wurde.

 Philippe Poindront
 
 
 
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Nach Jean-Antoine Houdon, Gips bemalt, François Marie Arouet, gen. « Voltaire»