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Jean Bapiste de Boyer, Marquis d’Argens

 
 
* 24.6.1704 Aix-en-Provence
† 11.1.1771 La Garde bei Toulon

Der von seinen Eltern zunächst für ein Jurastudium bestimmte d’Argens begab sich um 1735 nach Holland, um seinen musischen und philosophischen Neigungen nachzugehen. Von Verlegern und Geistlichen dazu angehalten, seine Betrachtungen zu veröffentlichen, entstanden nach dem Vorbild der „Lettres philosophes sur les Anglais“ des von d’Argens verehrten Voltaires in kurzer Folge seine „Lettres juives“, „Lettres chinoises“ und „Lettres cabalistiques“, die auch die Aufmerksamkeit König Friedrichs II. von Preussen weckten.
Die Tafelrunde von Sanssouci, Marquis d’Argens im Vordergrund rechts von der Figur des Königs (vormals Nationalgalerie, zerstört)
Die Tafelrunde von Sanssouci, Marquis d’Argens im Vordergrund rechts von der Figur des Königs (vormals Nationalgalerie, zerstört)
Im Jahre 1744 berief ihn dieser nach Potsdam, wo er zum „Kammerherrn“ ernannt und als Akademiedirektor eingesetzt wurde. Zwischen dem Monarchen und d’Argens entwickelte sich eine enge Freundschaft, die sich auch in einem aufschlussreichen, 1798 erstmals publizierten Briefwechsel niederschlug. Der Marquis vertrat als großer Moralist unbedingte religiöse Toleranz. Berühmt wurde die häufig kolportierte Episode, in der er auf die Frage des Königs nach einem unwiderlegbaren Beweis für die Existenz Gottes geantwortet haben soll: „Majestät – die Juden“. An den langjährigen Aufenthalt des Marquis d’Argens am preussischen Hof erinnert auch die nach ihm benannte Wohnung im Neuen Palais in Potsdam.

Ulrich Feldhahn
 
 
 
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