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Johann Joachim Quantz

 
 
Musiker, Komponist, Flötenlehrer und -bauer

* 30. Januar 1697 Scheden
+ 12. Juli 1773 Potsdam

Die hochstehende Musikpflege unter Friedrich dem Großen ist untrennbar mit dem Namen seines Lehrers Johann Joachim Quantz verbunden, der über dreißig Jahre lang als Komponist, Musiktheoretiker und Instrumentenbauer am preußischen Hof tätig war.

Als Sohn eines Hufschmieds in Scheden bei Göttingen geboren, wurde er nach dem frühen Tod seiner Eltern zunächst von einem als Stadtmusikus in Merseburg tätigen Onkel und später dessen Kollegen aufgezogen. Dort erhielt er eine Ausbildung als Stadtpfeifer und begann seine ersten kompositorischen Versuche, wobei sein damaliges Hauptinstrument noch die Violine war. Nach kurzen Aufenthalten in Radeberg, Pirna und Dresden kehrte Quantz 1714 nochmals nach Merseburg zurück, bevor er 1716 eine Stelle bei dem Dresdner Stadtmusikus Gottfried Heyne antrat. Nach einer Wienreise wurde er 1718 als Oboist in der Polnischen Kapelle Augusts des Starken aufgenommen. Weitere Reisen führten ihn unter anderem nach Italien, Frankreich und England, wo er die Bekanntschaft Johann Adolf Hasses, Alessandro Scarlattis und Georg Friedrich Händels machte.

Zurück am sächsischen Hof lernte er 1728 den preußischen Kronprinzen kennen, der ihn fortan jedes Jahr mindestens zweimal zu sich kommen ließ, um von ihm im Flötenspiel unterrichtet zu werden. Nach seinem Regierungsantritt bot er Quantz derart vorteilhafte Bedingungen an, dass dieser im Dezember 1741 endgültig an den Berliner Hof wechselte, wo er dem König direkt unterstellt war und ausschließlich in dessen Kammermusik eingesetzt wurde. Quantz unterrichtete den Monarchen täglich, leitete die allabendlichen Hauskonzerte und begleitete ihn sogar auf seinen Feldzügen.

Für die von ihm angefertigten Flöten, von denen sich heutzutage weltweit noch acht Exemplare nachweisen lassen, erhielt er ein zusätzliches Honorar. Durch die Hinzufügung einer zweiten Klappe revolutionierte er deren Technik und trat auch als Verfasser einer viel beachteten Flötenschule hervor. Seine über 500 Kompositionen, deren Manuskripte heute größtenteils in der Berliner Staatsbibliothek aufbewahrt werden, lassen neben französischen Einflüssen vor allem italienische Vorbilder erkennen.

Bei den Hofkonzerten wirkte er indessen nur mit, wenn neben der vom König übernommenen ersten Flötenstimme eine zweite erforderlich war. Auch ansonsten genoss der von imposanter Statur geschilderte Quantz eine gewisse Sonderstellung, die sich unter anderem darin äußerte, dass er dazu angehalten war, das Flötenspiel Friedrichs des Großen uneingeschränkt zu beurteilen.  

Ulrich Feldhahn
 
 
 
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Johann Joachim Quantz; Gemälde von Johann Friedrich Gerhard, Neues Schloss Bayreuth, Staatliche Verwaltung der Bayerischen Schlösser, Gärten und Seen