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König Friedrich II. von Preussen, der Große

 
 
* 24.1.1712 in Berlin
† 17.8.1786 Schloss Sanssouci, Potsdam
Begräbnisstätten: Bis 1945 Garnisonkirche zu Potsdam; bis 1952 Elisabethkirche zu Marburg; bis 1991 Burg Hohenzollern; seit 17.8.1991 Gruft auf der Terrasse des Schlosses Sanssouci

Regierungszeit: 31.5.1740 - 17.8.1786; König in Preussen, ab 1772 König von Preussen

Vermählt am 12. Juni 1733 mit Elisabeth Christine Prinzessin von Braunschweig-Bevern

Ohne Nachkommen

Die Kindheit und Jugend des berühmtesten Herrschers aus dem Hause Hohenzollern waren von der dominanten Persönlichkeit König Friedrich Wilhelms I. geprägt, der für den verschlossen-sensiblen Charakter seines ältesten Sohns und dessen schöngeistig-musischen Interessen kein Verständnis aufbrachte. Als dieser Konflikt schließlich 1730 in einen vereitelten Fluchtversuch Friedrichs mündete, wurde er von seinem Vater in Festungshaft nach Küstrin verbracht, während Hans Hermann von Katte, der sechsundzwanzigjährige Vertraute des Kronprinzen, vor dessen Augen hingerichtet wurde. Nach diesen drastischen Maßnahmen stellte sich eine vermeintliche Annäherung zwischen Vater und Sohn ein, die sich u.a. in der Übereignung des Schlosses Rheinsberg äußerte, wo Friedrich mit seiner ihm angetrauten Gemahlin im Kreis zahlreicher Freunde und Künstler einen Musenhof führte.

Unmittelbar nach seinem Regierungsantritt 1740 erhob Friedrich II. gegenüber Österreich Ansprüche auf Schlesien, die er jedoch erst nach drei kräftezehrenden Kriegen (1. und 2. Schlesischer Krieg 1740/42 bzw. 1744/45; Siebenjähriger Krieg 1756/63) langfristig geltend machen konnte. Damit war Preußen zur europäischen Großmacht aufgestiegen und Friedrich als ruhmreicher Feldherr bereits zu Lebzeiten mit dem Beinamen „der Große“ versehen worden. In seiner fast ein halbes Jahrhundert währenden Regierungszeit gelang es dem sich als „erster Diener seines Staates“ betrachtenden Monarchen nahezu alle Lebensbereiche innerhalb seines Herrschaftsgebiets im Sinne des aufgeklärten Absolutismus zu ordnen.

Im Bereich der Künste entwickelte sich das nach ihm benannte „friderizianische Rokoko“, das in dem 1745-1747 errichteten Weinbergschloss Sanssouci bei Potsdam seinen wohl vollendetsten Ausdruck fand. Dort versammelte Friedrich II. eine illustre Runde von Geistesgrößen, darunter der berühmte Philosoph Voltaire, um sich, die als „Tafelrunde von Sanssouci“ in die Geschichte eingehen sollte. Hier ist der gegen Lebensende zunehmend zum vereinsamten Zyniker gewordene und im Volksmund bald als „alter Fritz“ bezeichnete Herrscher schließlich auch im Alter von 74 Jahren verstorben.

Nachdem seine sterblichen Überreste zunächst entgegen seinem Willen bis 1944 in der Potsdamer Garnisonkirche bestattet waren, sind sie nach einer kriegsbedingten Odyssee und beinahe vier Jahrzehnten auf der Burg Hohenzollern seit 1991 in der von ihm schon zu Lebzeiten angelegten Gruft auf der Terrasse vor Sanssouci beigesetzt. Von seiner vielschichtigen und zugleich ambivalenten Persönlichkeit, die oftmals von zahlreichen Anekdoten und Legenden überlagert und im Lauf der Jahrhunderte mitunter bis zur Unkenntlichkeit (miss-)interpretiert wurde, geht indessen eine bis heute ungebrochene Faszination aus. 

 Ulrich Feldhahn
 
 
 
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Antoine Pesne, Friedrich der Große, 1736, SKH Georg Friedrich Prinz von Preussen, Burg Hohenzollern