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Sophie Dorothea von Hannover

 
 
* 26.3.1687 Hannover
† 28.6.1757 Berlin
Begräbnisstätte: Dom zu Berlin

Vermählt am 28.11.1706 mit Kronprinz Friedrich Wilhelm (I.) von Preussen

14 Kinder

Sophie Dorothea war die einzige Tochter des Erbprinzen Georg Ludwig von Braunschweig-Lüneburg. Ihr Großvater Ernst August stieg 1692 zum Kurfürsten von Hannover auf. 1714 wurde ihr Vater als Georg I. englischer König, während ihre Mutter Sophie Dorothea - ebenfalls eine Prinzessin von Braunschweig-Lüneburg - nach der Affäre mit Graf Königsmarck  geschieden, als “Prinzessin von Ahlden” schon viele Jahre vom Hof verbannt dort  in Einsamkeit leben musste.  Die Heirat mit dem preussischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm (I.) am 14. November 1706 entsprach ganz den Intentionen ihrer schon 1705 verstorbenen Schwiegermutter und Tante Sophie Charlotte, der einzigen Schwester ihres Vaters. Die Regie beim Zustandekommen dieser erneuten Familienallianz zwischen den Hohenzollern und dem Welfenhaus führte die gemeinsame Großmutter des Paares, die Kurfürstinwitwe Sophie von Hannover.

Von den fünfzehn Kindern, mit denen die Ehe gesegnet war, starben fünf sehr früh. Der ersehnte Thronfolger, der spätere Friedrich II. der Große, kam erst 1712 zur Welt. Bedingt durch die zahlreichen Geburten nahm das Aussehen Sophie Dorotheas frühzeitig matronenhafte Züge an. Vielseitig gebildet, sehr belesen und musikalisch, war sie eine Freundin der schönen Künste und leidenschaftliche Porzellansammlerin. Ihr “Musenhof” wurde seit 1710 das 1945 größtenteils zerstörte und später beseitigte Schloss Monbijou an der Spree im Zentrum Berlins. Sie ließ es zu einem repräsentativen Sommersitz erweitern und mit erlesenen Kunstwerken ausstatten. Ab 1877 war dort das Hohenzollern-Museum untergebracht.

Während der “Soldatenkönig” Friedrich Wilhelm I. den Kronprinzen nach militärischen Grundsätzen preussisch streng erzog, fand der junge, musisch begabte Friedrich Verständnis und oft geheime Zuflucht bei seiner Mutter in Monbijou. Sie förderte seine Liebe zur Philosophie und Kunst, vermochte aber offiziell gegen die Härte des Vaters nichts auszurichten. Im Gegenteil: Bemüht, die Beziehungen zwischen Preussen und England-Hannover enger zu gestalten, kam auch sie mit dem König und seiner loyalen Einstellung gegenüber dem “Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation” in Konflikt. Ihre heimlich mit dem englischen Hof geführten Verhandlungen bezüglich einer Doppelhochzeit des Kronprinzen und seiner Schwester Wilhelmine mit den Kindern ihres Bruders Georg II. wurden von Friedrich Wilhelm I. als “Verrat” angesehen und entsprechend verhindert.

Trotz endloser familiärer Auseinandersetzungen, an denen Sophie Dorotheas Intrigenspiele ebenso wie das jähzornige Verhalten ihres Gemahls schuld waren,  hat sie ihn während seiner letzten Lebensjahre treu gepflegt. Als Königinmutter noch immer eine imposante Erscheinung, erlebte sie von Monbijou aus voller Stolz 17 Regierungsjahre ihres Sohnes, der sie sehr verehrte und liebte. Nach ihrem Tod wurde sie in der Gruft des Berliner Doms beigesetzt.

Rudolf G. Scharmann
 
 
 
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Antoine Pesne (1683-1757), Sophie Dorothea Königin in Preußen, 1737