Preussen.de  
 
   
Heute Familie Geschichte
 
 

Andreas Schlüter

 
 
* Um 1660 Danzig (?) 
† 1714 Moskau oder St. Petersburg

Nachdem der preussische Kurfürst Friedrich III. 1701 die Königswürde errungen hatte, sollte sich diese neue Machtstellung auch in der Architektur widerspiegeln. Die holländischen Architekten seines Vaters, des Großen Kurfürsten, genügten den neuen Anforderungen nicht mehr. Schon 1694 wurde der Danziger Bildhauer Andreas Schlüter, der bis dahin im Dienst des polnischen Königs gestanden hatte, an den preussischen Hof geholt und zunächst auf eine Studienreise nach Italien und Frankreich geschickt. Nach seiner Rückkehr betraute man ihn mit dem gesamten königlichen Bau- und Ausstattungswesen. Die Aufgaben erstreckten sich von der Ausstattung eines Prunkbuffets über die Ausstuckierung einzelner Räume bis zur Leitung des Umbaus am Berliner Stadtschloss.

Das Reiterdenkmal des Großen Kurfürsten, das Schlüter von 1697–1700 im Auftrag Friedrichs III. anfertigte und das sich heute vor Schloss Charlottenburg befindet, repräsentiert unverkennbar den damals vorherrschenden kraftvollen Pathos des absolutistischen Herrschergedankens. Für das Berliner Zeughaus entwarf Schlüter als Bogenschlußsteine der Innenhoffenster eine Folge von Masken sterbender Krieger. Auch die Prunksarkophage der Königin Sophie Charlotte und König Friedrich I. stammen von ihm.

Insgesamt war Schlüter 13 Jahre am preussischen Hof beschäftigt. Schon 1707 wurde er wegen Konstruktionsfehlern am Schloßturm entlassen. Die Vielfalt seines Aufgabengebiets und die ungewohnten Arbeitsbedingungen hatten den Bildhauer, der zugleich die Oberaufsicht über die anderen Künste inne hatte, offenbar überfordert. Nach 1713 war Andreas Schlüter schließlich für den Zaren Peter I. in Sankt Petersburg tätig.

Friederike Valentien
 
 
 
© 2003 Haus Hohenzollern
 
English
Presse
Newsletter
Kontakt
Impressum
Suche
Shop
Reiterdenkmal des Großen Kurfürsten von Schlüter in Charlottenburg